Game Over

Did not finish - DNF beim IRONMAN Hawaii

 Seit zwei Jahren arbeitete ich auf die Teilnahme beim IRONMAN Hawaii hin – konsequentes Training, Ernährung, abends früh ins Bett, um am nächsten Tag wieder fit für die anstehenden Trainingseinheiten zu sein.

2009 hat es beim IM Malaysia leider nicht geklappt, beim Quelle Challenge Roth konnte ich meine Form mit 8:57 Stunden unter Beweis stellen.

2010 dann beim IM Südafrika Ausstieg nach dem Rad – mein erster Ausstieg bei einem Langdistanzrennen. Wollte mich hier für die Saison schonen, da vermutlich ein Qualiplatz nicht mehr drin war.

Dann beim IMGermany Frankfurt, obwohl es nicht rund lief die Quali geholt – freute mich ungemein endlich mein Ziel erreicht zu haben.

Im September dann noch das Zuckerl, den Slot für den XTERRA Maui ergattert zu haben – also die Kombi (IRONMAN und XTERRA) einfach gigantisch!!!

 

Das Rennen:

Um 4 Uhr morgens war es soweit – aufstehn, fertig machen für das große Rennen.

Für die Altersklassenathleten gings um 7 Uhr los – rechtzeitig vorher war ich bereits fertig, dehnte mich nochmal kurz an, Sonnencreme auftragen und dann gings ins Wasser.

Ich postierte mich ziemlich weit rechts in der ersten Startlinie.

Startschuss aus der Kanone uns los gings – nur schnell weg – aber das ist leicher gesagt als getan – musste mir einige harte Kämpfe liefern – besonders heimtückisch waren immer die Brustbeinschläge der Mitstreiter.

Nach etwa 20 Minuten hatte ich dann freie Bahn, wobei ich hier schon einiges an Plätzen eingebüßt hatte.

Nach dem Wendeboot wollte ich nochmal Druck machen, doch es kam nix – keine Kraft und auch der Antrieb war weg.

1:04 Stunden zeigte die Uhr nach den 3,8 km an – das geht besser…

 

Einbruch auf dem Rad:

Auf den Radpart freute ich mich richtig, da der Wind nicht so stark wie die letzten Tage bließ und mir die Strecke eigentlich liegt  -viel Drücken, technisch wenig anspruchsvoll.

Anfangs konnte ich einen nach dem anderen Athlten überholen, obwohl nicht viel mehr als 240 Watt drin waren (Langdistanz 240-260 Watt).

Gut dachte ich mir, dann überzocke ich wenigstens nicht und kann mir noch Körner für den Rest der Strecke aufheben.

Nach 30 Kilometern waren es dann nur noch 200 Watt – für diejenigen, welche nicht so mit den Zahlen umgehen können – 170-200 Watt fahre ich im Training im Grundlagenbereich.

Bis zum Wendepunkt konnte ich trotzdem immer noch Leute überholen und war noch guter Dinge das Rennen nach Hause zu bringen.

Nach dem Wendepunkt machte mir dann der Wind doch etwas zu schaffen und ich merkte erstmals die starken Kopfschmerzen mit Schwindelgefühl.

Hinzu kamen noch Wärme-Kälteanfälle – Gänsehaut bei über 40 Grad…

Genügend gegessen und getrunken hatte ich, auch die Kühlung mit Wasser nahm ich bei jeder Verpflegung an.

Gut weiter gings – irgendwann fiel ich dann auf 140 Watt ab, also gerade dass ich noch so vorwärts kam – 5:41 Stunden – meine bisher langsamste Zeit in einem Langdistanzrennen.

 

Ausstieg beim Laufen:

Da ich aber unbedingt das Rennen beenden wollte, quälte ich mich noch auf die Laufstrecke – vielleicht ist ja noch eine Zeit um die 11 Stunden drin…viele Gedanken gingen mir durch den Kopf – soweit gereist und dann aufgeben, nein – finishen für die Leute daheim vor den Rechnern, einmal aufgeben-immer aufgeben…

Meine Kilometerzeiten bei Laufen-Gehen lagen Anfangs um die 6 Minuten. Nach dem Wendepunkt bei 5 Meilen brach ich dermaßen ein, dass ich nur noch gehen konnte und teilweise wegen Schwindel stehenbleiben musste – was war los, das gibt’s doch nicht. Versuchte immer mit Eis zu kühlen, doch es wurde nicht besser…

Nach 7 Meilen dann - völlig am Ende - der Ausstieg.

 

Warum?

Das ist nun die Frage. Einen leichten Hitzschlag hätte ich durch das Kühlen auf dem Rad oder dann auf der Laufstrecke wohl weggesteckt.

Hing es mit meiner Erkältung die Wochen vor dem Rennen zusammen? Hatte ich mich nicht richtig auskuriert und was verschleppt (Virus, Eckstein Barr, ???)

Nach langem Überlegen hab ich mich nun entschieden, die Hawaiireise abzubrechen und mich daheim einem Gesundheits - Check zu unterziehen.

Viele werden es nicht verstehen, aber Urlaub machen schön und gut, doch die Stimmung ist einfach dahin - da freu ich nun mehr drauf mit meinen Freunden daheim mal einen trinken zu gehen, organisatorisch nicht allzuviel zu machen und einfach gut zu erholen. 

Daheim ist halt daheim ;-)

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